Weniger ist mehr

Im Yoga gibt es 10 ethische Verhaltensregeln. 5 davon, die Yamas, geben uns Hinweise wie wir mit unseren Mitlebewesen und der Natur umgehen sollen und 5 Niyamas, wie wir mit uns umgehen sollten um Wohlbefinden zu erlangen.

Das 2. Niyama heißt „Santosa“ und lehrt uns in Bescheidenheit, Demut und Zufriedenheit mit dem zu leben wer wir sind und was wir haben.

 

Viele von uns wollen immer mehr. Der eine Wunsch ist erfüllt und schon steht der nächste auf der Liste. Der Kleiderschrank ist übervoll und trotzdem braucht es noch das eine Kleidungsstück aus der neuen Kollektion, um glücklich zu sein. Ein ewiger Kreislauf, den nur wir durchbrechen können indem wir üben, das voller Dankbarkeit zu sehen, was wir haben und damit zufrieden zu sein. Oder uns ab und zu sogar bewusst von Dingen zu verabschieden. Wenn unsere Schränke, Regale, Garagen übervoll sind, genau wie unsere Terminkalender und unser Kopf, wie sollen wir dann in einen Raum der Leere finden, in einen Zustand der Freiheit, des Friedens, der Glückseligkeit. Weniger ist halt oft mehr.

Wenn ich an Momente denke in denen ich vollkommen zufrieden war, waren es meist ganz einfache Dinge: am Meer in der Sonne sitzen, auf einer Wiese liegen und den Bienen und Vögeln zuhören, mit einem lieben Menschen zusammensitzen und sich austauschen.

 

In der Yogapraxis könnte man es dahingehend umsetzen, dass wir uns auch mal mit einfachen Übungen oder einer Übungsreihe mit weniger Asanas zufrieden geben und dafür genauer hineinfühlen, nachspüren und die Qualität des „Weniger“ als wohltuende zu schätzen lernen.

Beim Singen tut es auch ein ganz einfaches Lied. Das uns, vielleicht ganz im Gegenteil, noch mehr das heilsame des Singens erfahren lässt. In der Einfachheit wird die Essenz oft viel leichter spür- und erfahrbar.

 

Wir sollten weg von dem Höher, Weiter, Besser, das uns alle unter Druck setzt. Hin zu: Es ist gut genug so wie es ist! Ich bin gut genug so wie ich bin!